|
> Produkte+Dienste > Heizöl > Chemie
Was ist "leichtes Heizöl" ?
Heizöl Extra Leicht (HEL) ist ein extra leichtflüssiger und aschefreier (d.h. es enthält keine unbrennbaren Bestandteile) Brennstoff, der aus Kohlenwasserstoffen besteht und aus Erdöl gewonnen wird. Er gehört - wie auch Dieselkraftstoff - zu den sogenannten Mitteldestillaten.
HEL wird überwiegend in Haushalten und in der Kleinindustrie eingesetzt. Vertrieben wird es über ein engmaschiges Händlernetz.
Die Wirtschaftlichkeit von HEL ergibt sich aus > dem hohen Heizwert (mindestens 42,6 MJ/kg = 36,2 MJ/I bzw. 10,08 kWh/l) > dem günstigen Marktpreis
HEL setzt sich aus rund 86,5 Prozent Kohlenstoffen, 13,3 Prozent Wasserstoff und max. 0,20 Gewichtsprozent Schwefel zusammen. Dieser gesetzlich begrenzte Schwefelanteil wird heute in der Praxis mit durchschnittlich 0,16 Gewichtsprozent deutlich unterschritten.
Mit einem Flammpunkt von über 55 Grad Celsius ist HEL ein sicher zu lagerndes und sicher zu handhabendes Produkt.
HEL ist ein reines Destillat aus der Rohölverarbeitung, das vorher zu keinem anderen Zweck eingesetzt worden sein darf. Aufgearbeitetes Altöl und Beimischungen von chlorhaltigen Stoffen sowie anorganische Säuren haben daher im Heizöl nichts zu suchen. Der Kunde ist gut beraten, beim Einkauf darauf zu achten, daß er Heizöl bestellt, das zumindest den DIN-Mindestanforderungen (DIN 51603-01) entspricht.
Welche Qualitätsanforderungen muß Heizöl erfüllen ?
Die Mindestanforderungen für Heizöl extra leicht (HEL) sind in DIN 51603-01 festgeschrieben. Wir liefern grundsätzlich nur Qualitätsheizöl, das die DIN-Norm mit Sicherheit einhält und in wesentlichen Merkmalen sogar noch strengeren Normen genügt. Ein umfassendes System der Qualitätssicherung gewährleistet ein Produkt von hoher Reinheit und Zuverlässigkeit.
In der DIN 51603-01 sind u.a. Heizwert (mindestens 42,6 MJ/kg), Dichte (max. 0,86 kg/l), Schwefelgehalt (max. 0,20 % m/m) und Wassergehalt (max. 200 mg/kg) festgelegt.
Damit Heizöl auch bei niedrigen Temperaturen filtrierbar bleibt und zum Heizen genutzt werden kann, fügen die Mineralölraffinerien dem Heizöl Zusätze bei, sogenannte Fließverbesserer oder richtiger, Filtrierbarkeitsverbesserer. Sie bewirken, daß die einzelnen Paraffinkristalle in ihrem Wachstum begrenzt werden.
In der Richtlinie DIN 4755 Teil 2 (Sicherheitstechnische Anforderungen an Heizöl- Versorgungsanlagen) wird gefordert, daß sowohl die Lagerung als auch die Verlegung der Leitungen zum Brenner frostsicher sein müssen. Dies sicherzustellen ist Aufgabe des Installateurs.
Gibt es - ähnlich wie beim Dieselkraftstoff - auch bei Heizöl "Winterware”, die den niedrigeren Temperaturen angepaßt ist ?
Ja. Grundsätzlich wird im Winter eine Heizöl-Qualität ausgeliefert, die tieferen Temperaturen Rechnung trägt (sog."Winterware"). Diese Maßnahme dient jedoch in erster Linie dem Zweck, die Versorgung des Endverbrauchers mit spezifikationsgerechter Ware sicherzustellen und Paraffinausscheidungen während des Transports und der Zwischenlagerung zu verhindern. Die Verwendung von "Winterware" ist keine Alternative zur frostsicheren Lagerung beim Endverbraucher und zur frostsicheren Verlegung der Leitungen vom Kundentank zum Brenner (gem. DIN 4755).
Gleiches gilt für die Verwendung von fließverbessernden Additiven, die die Grenze der Betriebsfähigkeit in einem Bereich von weniger als 0°C (Sommerware) bzw. -7°C (Winterware) ausdehnen können, auch wenn das Öl vorübergehend eine Trübung durch Paraffine aufweisen sollte.
Der Einsatz von Fließverbesserern ist nur dann optimal, wenn sie erstens dem Heizöl vor Auftreten der ersten Paraffinausscheidungen zugegeben werden und zweitens in der gesamten Ölmenge gleichmäßig verteilt sind. Eine nachträgliche Zugabe über das Einfüllrohr ist wenig sinnvoll. Besser ist die Beigabe vor Befüllung des Öltanks unter Einhaltung der o.g. Bedingung. Zudem bewirkt eine über die Empfehlungen der Hersteller hinausgehende Zugabemenge nicht unbedingt eine weitere Verbesserung der Kälteeigenschaften; unter Umständen kann dies auch eine Verschlechterung bewirken !
Die Verwendung dieser Fließverbesserer kann die Filtrierfähigkeit des Heizöls (CFPP) um durchschnittlich 6°C gegenüber dem von der Raffinerie eingestellten Wert verbessern. Dies entspricht einer Ausweitung der Anwendbarkeit von ca. -7°C auf -11°C. Der Einsatz von Fließverbesserern bietet sich insbesondere bei Anlagen an, bei denen eine frostsichere Lagerung gem. DIN 4755 nicht uneingeschränkt möglich ist.
Verbrennungsverbesserer: Bewirken erwiesenermaßen eine rußärmere Verbrennung. Verbrennungsfördernde Zusätze können daher einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und zur Energieeinsparung leisten. Voraussetzung ist, daß sie frei von unerwünschten Nebenwirkungen sind und bestimmungsgemäß eingesetzt werden.
Was sind Paraffine ? Welche Wirkung haben Paraffine im Heizöl ? Warum bilden sie sich bei größerer Kälte ?
Paraffine sind Bestandteile des Mineralöls. Sie bestehen aus langkettigen Kohlenwasserstoff-Molekülen, die sich durch ein hervorragendes Brennverhalten auszeichnen. Ihr Nachteil ist aber, daß sie beim Unterschreiten gewisser Temperaturen vom flüssigen Zustand in den festen übergehen, das Öl eintrüben und seine Fließ- und Filtrierfähigkeit einschränken können. In der Folge können Leitungen und Filter verstopfen. Bei steigenden Temperaturen lösen sich die festen Bestandteile wieder auf, so wie Wasser zu Eis gefriert und wieder taut.
Und hier noch ein TIP zum Brennstoffsparen:
Wird mit der Additiv-Anwendung auch der Brenner vom Fachmann neu eingestellt, lassen sich durch Drosselung der Verbrennungsluftmenge insbesondere bei älteren Kesseln höhere CO2-Werte einstellen, ohne daß ein sonst damit verbundener Anstieg der Rußzahlen stattfindet. Infolge des höheren CO2-Gehaltes verbessert sich der (feuertechnische) Wirkungsgrad der Anlage - und das spart Brennstoff.
nach oben
|